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Vorwort
Inhalt
1.Einleitung
2.Grundlagen für die Planung
3.Verkehrslärm
4.Gewerbelärm
5.Freizeit- und Sportlärm
5.1Gesetzliche Grundlagen
5.2Berechnungs- und Beurteilungsgrundlagen
5.2.1Sportanlagenlärmschutz­verordnung (18. BImSchV)
5.2.2Hinweise zu Abständen zwischen Sport- und Wohnanlagen
5.2.3Freizeitlärm-Richtlinie
5.2.4VDI 3770: Emissionskennwerte von Schallquellen –
Sport- und Freizeitanlagen
5.2.5Geräusche von Trendsportanlagen sowie Hinweise
zu Abständen zur Wohnbebauung
6.Lärmminderungspläne / Lärmaktionspläne
7.Hinweise für die Planung
8.Literatur
9.Thematische Websites
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FREIZEIT- UND SPORTLÄRM
   
 5.1 Gesetzliche Grundlagen

Die bei Sport- und Freizeitlärm im Wesentlichen berührten Rechtsgebiete sind das Immissionsschutzrecht und das Baurecht.

Hinsichtlich der Bauleitplanung wird auf § 50 des Bundes-Immissionsschutzgesetzes über die bei raumbedeutsamen Planungen zu beachtende Zuordnung von Flächen unterschiedlicher Nutzung (vgl. Abschnitt 2.1.1) hingewiesen. Innerhalb der Baugebiete sind die Regelungen nach der Baunutzungsverordnung zu beachten (§§ 2 bis 11): In reinen Wohngebieten sind Anlagen für sportliche Zwecke nur ausnahmsweise zulässig, wenn sie den Bewohnern des Gebietes dienen. Allgemein zulässig sind Anlagen für sportliche Zwecke in allgemeinen Wohngebieten, in besonderen Wohngebieten, Mischgebieten, Dorfgebieten und Kerngebieten. Ausnahmsweise zulässig sind sportliche Anlagen in Kleinsiedlungsgebieten, Gewerbegebieten und Industriegebieten.

Bezüglich immissionsschutzrechtlicher Aspekte ist das Bundesimmissionsschutzgesetz (BImSchG) maßgebend. Die im Abschnitt 4.1 angeführten Aussagen gelten für Sport- und Freizeitanlagen sinngemäß. Als genehmigungsbedürftig im Sinne des § 4 BImSchG bzw. der 4. BImSchV (Verordnung über genehmigungsbedürftige Anlagen) gelten nur solche Anlagen, die der Übung oder Ausübung des Motorsports dienen (Rennstrecken), ausgenommen Modellsportanlagen, sowie offene Schießstände für Handfeuerwaffen und Schießplätze.

Die übrigen Sport- und Freizeitanlagen benötigen (mindestens) eine baurechtliche Genehmigung, bei der die Umweltverträglichkeit geprüft wird. Insbesondere für Sportanlagen wird meist eine planungsrechtliche Änderung notwendig sein.

Für nicht genehmigungsbedürftige Sportanlagen gilt die Achtzehnte Verordnung zur Durchführung des Bundes-Immissionsschutzgesetzes Sportanlagenlärmschutzverordnung – 18. BImSchV). 

Für Freizeitanlagen wird üblicherweise die Freizeitlärmrichtlinie (LAI, 2015) herangezogen, auch wenn sie nicht in jedem Bundesland formell eingeführt wurde. Die Rechtsprechung sieht sie als „antizipiertes Sachverständigengutachten“ und als Entscheidungshilfe an.

Die Abgrenzung von Sportanlagen (z. B. Fußballplatz) zu Freizeitanlagen (z. B. Bolzplatz) ist oftmals nicht einfach. Als grobe Faustregel kann angenommen werden, dass es sich um Sportanlagen handelt, wenn deren Nutzung zur eigenen körperlichen Ertüchtigung oder zu Wettkampfzwecken dient und organisiert erfolgt.